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Vergleich: Deutschland hat zu hohe Steuern
EU-Studie: Deutschland fällt bei Abgabenlast auf Arbeit im Europa-Vergleich noch weiter zurück.
Eine vergleichende Studie für die EU-Kommission über die Steuer- und Wohlfahrtssysteme in Europa bringt es einmal mehr an den Tag: Die Abgabenlast auf Arbeit in Deutschland ist zu hoch.
Nach der Studie der Forscher lag im Jahr 2000 für einen kinderlosen Durchschnittsverdiener die Last bei 51,3%. Nur Belgien hatte mit 56,2% einen noch höheren Wert. Selbst ein Durchschnittsverdiener mit 2 Kindern wurde in Deutschland noch mit 29,5% der Arbeitskosten belastet. Im europäischen Schnitt waren es hier nur 24%.
Alarmierend: Auf die Sozialversicherungsbeiträge entfällt in der EU mit ca. 70% der Löwenanteil der Belastungen. Während die Sozialbeiträge jedoch europaweit seit 1997 um 1,7% gesunken sind, konnten sie in Deutschland gerade mal "stabil" gehalten werden und der aktuelle Trend zeigt bekanntlich wieder nach oben.
Die Zahlungen an Arbeitslose sind in Deutschland besonders hoch. Hier ist Deutschland im Europa-Vergleich Spitze. Für den deutschen Arbeitslosen lohnt es sich, so die Forscher, noch immer kaum, schlecht bezahlte Jobs anzunehmen. Angesichts der hohen Steuer- und Sozialabgabenlast sei ein Job im Niedriglohnbereich z. T. sogar ein "Verlustgeschäft" für Arbeitslose.
Insgesamt sehen die Wissenschaftler in fast allen europäischen Staaten einen Reformbedarf der Sozialsysteme. Die meisten Länder hätten bisher lediglich ihre Steuersysteme reformiert.


