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Begabtenkurs 2009 in Fulda

Wie immer, wenn das Jahr sich langsam zum Ende neigt sind in der Malerwerkstatt der Ferdinand-Braun-Schule in Fulda kreative Zeiten angesagt: Junge Kolleginnen und Kollegen der fortgeschrittenen Lehrjahre hatten auch in diesem Jahr wieder die Möglichkeit, ein 14 tägiges Seminar -speziell für den Malernachwuchs zusammen-gestellt- zu besuchen; frei nach dem Motto „Mal was anderes!“.
Und so wurde dann auch vielfältig und ausgerichtet auf verschiedenste Richtungen des Maler- und Lackiererhandwerks los gelegt. Zu den Einzelthemen, die mehrmals wechselten, kam eine kleine Projektarbeit in Form eines rohen Holzwürfels hinzu, der nach individuellen Ideen gestaltet werden sollte. Jeder Auszubildende konnte unter den vorgestellten Themen oder eben auch nach eigenen kreativen Einfällen aus dem Würfel bis zum Ende des Seminars ein Objekt kreieren, das hinterher vielleicht auch einem Zweck zuhause zugeführt werden kann.
So war es interessant zu beobachten, wie aus neun sehr unscheinbaren Holzklötzen plötzlich die farbigsten Ideen erwuchsen und sich darin persönliche Leidenschaften widerspiegelten.

Die diesjährigen Themen waren unter anderem Stein- und Holzimitationen; auch plastisch nachgebildete Fossilien und gemauerte Flächen; Überlegungen zu Himmeldarstellungen mit Hilfe von Lasuren, Schablonierungen, Vergoldungen, Glätte-techniken und Einblicke in die Kunstgeschichte. Neben Melanie Schwalm, die als Malermeisterin dieses Seminar nun schon länger leitet und zusammenstellt, kamen noch der Kollege Maximilian Hendrich aus Kronberg und der Künstler Gerd Axel Müller aus Fulda als Kursleiter hinzu, um das Programm mit weiteren interessanten Facetten des weitgefächerten Berufsfeldes aufzumischen. Maximilian Hendrich, der selbst schon Seminarteilnehmer war und nun inzwischen die Kirchenmalermeisterschule in München besucht, hatte sich mit seinem Thema „Stuck“ dazu bereit erklärt, den anderen jungen Kolleginnen und Kollegen Abformungen von Gipsfiguren und das Ziehen von Profilen zu zeigen. Mit dem Gips, den viele nur als Füllstoff kennen, hatte mancher zuerst vielleicht im wahrsten Sinne des Wortes Berührungsängste. Aber die Option, dann doch eigene Figuren zu formen, später z.B. mit Blattgold oder Farben gestaltet mitzunehmen, überzeugte auch die letzten Zweifler an diesem historischen Material. Ein ganz anderes Thema verfolgte Gerd Axel Müller, der sich als Airbrushkünstler mit seinem Studio „luftpinsel“ einen Namen gemacht hat. Diese moderne Technik mit der Minispritzpistole hatte auch sofort Ihre Fans. Obwohl auch gleich die Erkenntnis im Raum stand, dass manches, was so leicht aussieht, dann doch erst mal mit konzentrierten Übungen verbunden ist, bis der Druckluftpinsel malt, was man gerne möchte. Ausgestattet mit tollen Profipistolen der Firma Harder & Steenbeck aus Hamburg gelangen mit Hilfe des Künstlers doch schon in kurzer Zeit ansehnliche Werke. Diese Sparte des Malerhandwerks hat damit sicher neue junge Freunde gewonnen.

Zufriedene Gesichter nach Abschluss des Begabtenkurses (v.l.n.r.) Kursleiterin Melanie Schwalm, Preisträgerin Jasmin Dorn, LIV-Geschäftsführerin Ingeborg Totzke und der Vorsitzende des Bildungsausschusses Wilhelm Schalles.
Zu gewinnen gab es aber auch etwas für das kontinuierliche Werken und die guten Einfälle der Teilnehmer. Und so ging in diesem Jahr der Dr.-Wolfgang-Krause-Preis an Jasmin Dorn von der Baudekoration Dorn in Gelnhausen. Die sehr an ihrem Beruf interessierte junge Dame im 3. Lehrjahr hatte den Würfel in einen kleinen Holztisch verwandelt, unter dem eine Katze in Illusionsmalerei von allen Seiten dargestellt ist.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Natürlich soll dieses bunte Treiben auch wieder 2010 stattfinden mit bekannten und neuen Themen. Anmeldung und Informationen unter 069 / 97121314 bei
Herrn Isser vom Verband Farbe Gestaltung Bautenschutz Hessen.
(Text: Melanie Schwalm)





