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Auswirkungen der geplanten MwSt-Erhöhung: Statistisches Bundesamt errechnet zusätzliche Verteuerung der Verbraucherpreise bis zu +1,4 %
Aufgrund der Diskussion um die umstrittene Anhebung der Mehrwertsteuer um 3%-Punkte von 16% auf 19% ab 2007 hat das Statistische Bundesamt die möglichen Auswirkungen auf die Verbraucherpreise berechnet und veröffentlicht. Die Statistiker erwarten einen zusätzlichen Teuerungseffekt um bis zu 1,4 %.
Berechnung geht von voller Überwälzung der Erhöhung aus
Die Berechnungen gehen davon aus, dass der ermäßigte Steuersatz (7% z. B. für Lebensmittel) erhalten bleibt und ansonsten die höhere Mehrwertsteuer vollständig auf die Verbraucherpreise überwälzt werden. Letztere Annahme ist allerdings unwahrscheinlich, wie das Statistische Bundesamt selbst feststellt. Bei der letzten MwSt-Erhöhung (1998) war die tatsächliche Erhöhungswirkung geringer als der rechnerische Wert.
Lohnzusatzkosten nicht berücksichtigt
Nicht berücksichtigt bei der Ermittlung des Wertes +1,4 % haben die Wiesbadener Statistiker Effekte aus der geplanten Veränderungen bei den Lohnzusatzkosten. Diese seien als Sozialbeiträge keine Verbrauchsausgaben der privaten Haushalte.
Auswirkungen im Maler- und Lackiererhandwerk
Die Erhöhung der Mehrwertsteuer wird insbesondere vom Handwerk abgelehnt. Seitens des Hauptverbandes Farbe Gestaltung Bautenschutz wurde berechnet, wie sich 2007 eine MwSt-Erhöhung (+3%) in der Kombination mit den geplanten Änderungen der Sozialversicherungsbeiträge (Erhöhung Rentenversicherung, Absenkung Arbeitslosenversicherung) auswirken würde.
Das
Ergebnis weist nach, dass sich gegenüber dem Privatkunden, die Malerstunde um +2,2% verteuern würde. Demgegenüber ergibt sich gegenüber gewerblichen Kunden, aufgrund der Veränderungen bei den Lohnzusatzkosten nur ein sehr geringer Entlastungseffekt von -0,4%. Die Hochrechnungen belegen mehr als deutlich, dass sich für die Branche aus einer MwSt-Erhöhung alles andere als positive Effekte für eine Belebung der wirtschaftlichen Situation im kommenden Jahr ergeben.
Politische Lobbyarbeit geht weiter
Alle Spitzenverbände der Wirtschaft stellen sich weiter gegen die beschlossene MwSt-Erhöhung, wenngleich bisher die Bundesregierung und die Koalitionsfraktionen sich hiervon unbeeindruckt zeigen. An Dynamik wird die Diskussion gewinnen, wenn im Herbst die Ergebnisse zu den Steuereinnahmen vorliegen und die von den Experten vorausgesagte verbesserte Finanzsituation eintritt.



